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one80: Stilvoll und stimulierend

Zu den Bildern:  one80 steht für den abwechslungsreichen 180-Grad-Blick, den man von der Restaurantterrasse hat. Er reicht von Mellieha und seiner Pfarrkirche (Bild ganz oben) bis zur Mellieha Bay und dem Marfa Ridge (Bild 2. Reihe links). Innen gibt es außer dem großzügigen Restaurant (Bild 2. Reihe rechts) eine Lobby mit Bar und einen Raum für private Anlässe. Hauptgericht (Rump vom Lamm, 3. Reihe links) und Desssert (Pistazien-Olivenkuchen, im Bild darunter) haben gleichermaßen überzeugt. Ebenso das großzügige und originell präsentierte Amuse Gueule (3. Reihe rechts).

Zu den Bildern:  one80 steht für den abwechslungsreichen 180-Grad-Blick, den man von der Restaurantterrasse hat. Er reicht von Mellieha und seiner Pfarrkirche (Bild ganz oben) bis zur Mellieha Bay und dem Marfa Ridge (Bild 2. Reihe links). Innen gibt es außer dem großzügigen Restaurant (Bild 2. Reihe rechts) eine Lobby mit Bar und einen Raum für private Anlässe. Hauptgericht (Rump vom Lamm, 3. Reihe links) und Desssert (Pistazien-Olivenkuchen, im Bild darunter) haben gleichermaßen überzeugt. Ebenso das großzügige und originell präsentierte Amuse Gueule (3. Reihe rechts).

28. November  2017


IN MELLIEHA, in Maltas Norden, auf halbem Weg zwischen Stadtzentrum und der Mellieha Bay führen zwei erfahrene Manager einen gastronomischen Hotspot mit viel Innovationsfreude und Liebe zum Detail. Das "one80 Kitchen & Lounge" ist Mittags- und Abendrestaurant, Spirituosen-, Cocktail- und Weinbar zugleich und mutiert jeden Freitag sogar zur Eventlocation.


Das erste, was einen einnimmt auf der Terrasse des one80 ist der 180-Grad-Panoramablick, dem das Lokal seinen Namen verdankt. Schaut man links hinauf nach Mellieha, zeigt sich einem die Pfarrkirche Santa Marija von ihrer Rückseite, die sie wehrhaft wie eine Burg erscheinen lässt.  Darunter das Wied il Ruman, das selbst im Hochsommer noch grüne "römische Tal". Schaut man nach rechts, erblickt man die Mellieha Bay, Maltas längsten Sandstrand, und dahinter den Marfa Ridge mit dem Red Tower (eigentlich St Agatha's Tower, erbaut 1649). Er ist einer der das Landschaftsbild Maltas so prägenden Wachtürme aus der Zeit der Malteserritter. Die exponierte Lage machen one80 auch zu einem Ausflugslokal. Das war es schon, als es noch "Half Way Inn" hieß. Diesen früheren Namen führt das one80 noch als Untertitel auf dem Hinweisschild an der Straßengabelung der Marfa Road und der Triq il-Wied´ ta Ruman, an der das Restaurant liegt.

 

Nichts bleibt dem Zufall überlassen


Das beliebte familiengeführte Half Way Inn gab es an dieser Stelle seit 1985, zuletzt in diesem Neubau. Die jetzigen Betreiber Rouvin Zammit Apap und Jesmond Vella haben das Lokal Mitte 2016 übernommen und führen es unter dem neuen Namen weiter, nicht als Küchenchefs sondern als Manager. Und das sind sie im besten Sinne des Wortes. Sie führen. Und sie überlassen offenbar nichts dem Zufall. Ihr planvolles, innovationsfreudiges Vorgehen zeigt sich schon in stilistischen Details. Und das ist das zweite, das ins Auge fällt. Dieses Restaurant ist konsequent durchgestylt. Der one80-Schriftzug begegnet einem überall, auf den Fahnen vor dem Haus, dem schon genannten Straßenschild oder auf den Servietten. Als Hausfarbe dominiert Rot. Das beginnt bei den von einer Champagnermarke gesponserten roten Decken für kühlere Abende und reicht über die roten Wassergläser, und den rot-weißen Servietten mit dem Logo bis zu den roten Sneakers, die das Serviceteam zur Uniform trägt.

 

Die roten Elemente bilden zusammen mit dem für Malta nicht gerade typischen Grün des "Wied" eine stimulierende Komposition. Der Verzicht auf weitere starke Farben sowohl auf der Terrasse als auch im Lokal und die klaren, fast schlichten Formen des Mobiliars schaffen ein insgesamt stimmiges, zeitgemäßes Ambiente: Gehobener Freizeitlook. Man fühlt sich wohl, nichts stört, alles wirkt anregend, das Essen kann kommen.

 

Die Speisen: An diesem Sonntag, früher Nachmittag, die eigentliche Lunchtime ist schon vorbei, wählte ich ein marokkanisch gewürztes "Rump"-Stück vom Lamm mit Couscous in einer Tomaten- und Koriander-Salsa, Jogurt und einem Minze-Dressing.


Ein Gruß aus der Küche der besonderen Art


Doch zunächst werde ich mit einem Gruß aus der Küche überrascht. Auf einem Holzbrett, das wie die Miniaturausgabe einer Transportpalette aussieht, kommt ein rundes Stück Schafskäse auf den Tisch, begleitet von dem so geschätzten maltesischen Brot (außen mehlig knusprig, innen weiß und locker) und Olivenöl extra vergine in einer Miniaturausgabe jener Ölkanister, wie sie in den Restaurantküchen stehen. Natürlich speziell für das Restaurant abgefüllt und mit dem one80-Logo versehen. Das Brot (maltesisch: Ħobż) kommt vom Bäcker aus Mellieha, der Käse von Bauern aus der unmittelbaren Umgebung. Nur das Olivenöl kommt aus Italien. Auch mit dieser stilvollen Installation eines Amuse gueule wird erst einmal das Auge überrascht. Und dem Fan von gutem Käse und des Ħobż schmeckt es.


Gewürze wie vom marokkanischen Suq


Folgt das Lamm. Ein Laib, in Scheiben geschnitten, mit seinen Endstücken, innen rosa und, ja das muss sein, außen mit kräftigem Fettrand. Denn der sorgt dafür, dass alles schön saftig bleibt.  Der Couscous so schön körnig, wie ich ihn selten gegessen habe und die Gewürze und Düfte so variantenreich wie ein Spaziergang durch einen marokkanischen Suq. Auf maltesisch heißt die Markthalle übrigens auch so. Die in Valletta (Is-Suq tal-Belt) wird gerade für das Kulturhauptstadtjahr umgebaut. Im Vordergrund des Geschmackserlebnisses steht freilich die Minze. Der Jogurt ist eine nicht alltägliche Zutat. Gut, dass sich der Couscous, die Gewürze, der Klacks Jogurt und das Fleisch auf dem Teller so klar trennen. So können sie ihre Qualitäten als Solisten ausspielen und die Geschmacksnerven jeder(s) für sich stimulieren. Zeitgemäße Kochkunst.


Zum Nachtisch wählte ich einen in reichlich Olivenöl (!) wunderbar locker gebackenen Pistazienkuchen mit einer Kugel Pistazieneis (Pistachio and olive oil cake). Hier passt unser neutrales Wort Nachtisch besser als die „Dolce" auf der italienischen Speisekarte. Nachtisch kann alles bedeuten, wie eben dieser Kuchen. In die Kategorie Dolce gehört die Eiskugel.  Gar nicht mit einer Süßspeise verbindet man das Olivenöl, das, wenn auch dezent, im Kuchen geschmacklich zum Vorschein kam. Auch die Pistazien gehören für sich genommen nicht in diese Kategorie. Der zum Glück dünn aufgetragene Puderzucker holt einen dann wieder in die Welt der Süßspeisen zurück.  Ein Kuchen also, mehr delikat als süß. Empfehlenswert.


Der Wein: Beim Wein sollte es ein Malbec sein. Ich liebe diese Rebsorte, die stets zu körperreichen Weinen ausgebaut wird, früher überwiegend in Frankreich. Heute kommen die meisten Malbec-Weine aus Argentinien. So auch dieser "Barrel Select Malbec, Bodega Norton" aus der größten argentinischen Weinbau-Provinz Mendoza. Was ins Glas kam, entsprach der Vorfreude, tiefrote Farbe, beerenstark im Aroma, vor allem an dunkle Beeren erinnernd und fast rauchig im Abgang.


Eine Kinderkarte für Jungdesigner


Auch die Speisekarten und die Weinkarte verraten das planvolle Vorgehen der Manager. Weil das Lokal jeden Tag geöffnet hat und der Gast ab mittags durchgehend bis 22:30, an Wochenenden bis 23:00 Uhr etwas zu essen bekommen soll, gibt es je nach Tageszeit unterschiedliche Karten: Die Hauptkarte, eine spezielle Mittagskarte (Lunch Menu) für montags bis freitags und eine Bar-Food-Karte mit rund einem Dutzend kleinerer kalter und warmer Speisen (z. B.  Fritto misto, Muscheln oder ein Burger). Nur unter der Woche zwischen 15:00 und 18:00 Uhr muss man auf dieses reduzierte Speisenangebot zurückgreifen.


Vorbildlich in jeder Hinsicht ist die Kinderkarte (Kid's Menu). Sie bietet nicht nur die Wahl zwischen sechs Hauptgerichten (6,50 bis 7,50 Euro) sondern als Dessert außer dem obligatorischem Eis (2,50 Euro die Kugel) auch noch einen zweiten Nachtisch, einen Schokoladen-Brownie mit Vanilleeis, Schoko-Popcorn und Schokosauce (Mhhhmm!).  Die Karte selbst, gesponsert von einem deutschen Schreibgeräte-Hersteller, lädt die jungen Gäste zum… nein nicht zum Ausmalen ein, wie langweilig. Vielmehr können sie ihre Kreativität ausspielen und zum Beispiel das one80-Logo mit Mustern ergänzen, oder das Werk eines imaginären berühmten Künstlers vollenden, der durch das Essen von seiner Arbeit abgelenkt wurde.


Mittags und als Early Dinner am frühen Abend wird auch ein festes dreigängiges Menu für 28,50 Euro geboten mit einer Auswahl zwischen jeweils drei Vor- und Hauptgerichten und zwei Desserts. Alles "From Farm to Table" also mit Produkten aus der Umgebung. Auf allen Karten finden sich auch vegetarische Gerichte. Die Küche ist vorwiegend mediterran, auch mit einer Abteilung Pasta & Risotto als Zwischengericht (auf Wunsch auch als Hauptspeise). Klassiker der internationalen Küche wie Rib-eye-Steak, Entenbrust oder Chateaubriand (für zwei Personen 65,00 Euro) finden sich ebenfalls auf der Karte. Das Preisniveau ist mittel bis gehoben, mit Hauptgerichten über 20 bis unter 30 Euro (mit dem Burger für 14 Euro und einem vegetarischen Gericht für 19,50 Euro als Ausnahme).


Sieben Riesling-Weine aus sechs Ländern


Durchgeplant ist auch die Weinkarte, denn sie unterscheidet bei den Flaschenweinen (ab ca. 18 Euro) nicht nur nach weiß, rosé, oder rot, sondern auch nach Charakter. Beim Weißen zum Beispiel zwischen "Light, Crisp and Refreshing", "Aromatic, Floral and Fruity" oder "Rich, Complex and Structured".  Stets ist auch mindestens ein Wein aus Malta vertreten. Außerdem überrascht die Karte mit einer Extraseite mit sieben Riesling-Weinen aus sechs Ländern. In der Abteilung "Cellar Wines" findet man die offenbar besonders edlen Tropfen zu Preisen ab 200 Euro. Die Weinkarte bietet außerdem Champagner und andere schäumende Weine, Dessert- und Fortified Wines, zu denen die Moscatos und Port-Weine gehören sowie - absolut im Trend -  alkoholfreie Traubensäfte aus klassischen Weintrauben (Chardonnay, Cabernet, Merlot, Syrah). Ach ja: Craft-Biere stehen auch auf der Karte. Und diese kommen aus Italien (z. B. Duchessa 'Saison' Birra Del Borgo). Wir werden noch darüber zu berichten haben, wie Craft-Biere aus Italien die maltesische Gastronomie bereichern.


Minimal-invasive Weinkonservierung


Noch ein Wort zu den offenen Weinen. Man bestellt sie im one80 im 175 cl- Glas oder in der 0,5-Liter-Karaffe. Teurer sind die offenen "Coravin Specials". Man könnte das Coravin-Verfahren als minimal-invasive Methode der Flaschenöffnung und anschließender -aufbewahrung bezeichnen. Der Wein bleibt dabei verkorkt. Der Korken wird lediglich von einer feinen Hohlnadel durchdrungen und der restliche Wein so vor Oxidation geschützt.


Beim "Fusion Friday" die gut sortierte Bar kennenlernen


Das Angebot der Bar mit interessanten Cocktails, vielen Whisky-, Gin-, Wodka- und Rumsorten genießt man am besten in der großzügigen Lounge an einem "Fusion Friday" (jeden Freitag ab 21:00 Uhr) zu Live-Musikern und -DJs.


Fazit: Rouvin Zammit Apap und Jesmond Vella bringen es zusammen auf 45 Jahre (internationale) Management-Erfahrung in der Gastgewerbe- und Serviceindustrie, wie man auf der Website des one80 erfährt. Und sie kennen keinen Stillstand. Im Frühsommer 2017 haben sie das one80-Konzept weitergedreht und sich unter dem Label auch noch ein Cafe im Zentrum von Naxxar (21, Triq San Pawl) zugelegt. Die Bilder weisen es als ebenso stylisch aus. Wenn es genauso stimulierend ist, wie das Restaurant, dann haben sie alles richtiggemacht.


Bertold Schmitt-Feuerbach

Adresse:
30, Triq il-Wied ta' Ruman
Mellieha

Iinternet: /www.one80.com.mt/

Küchenzeiten: 12:00 - 22:30 (Freitag und Samstag bis 23:00)

Montag bis Freitag zwischen 15:00 und 18:00 nur Bar Food


Stand: Oktober 2017


(Alle Angaben ohne Gewähr)

one80 Kitchen & Lounge