HOME

IVALLETTA | DAS JOURNALMPRESSUM

DATENSCHUTZ


www.valletta-journal.de

www.valletta-journal.de

 HOME

| SEHENSWÜRDIGKEITEN UND TIPPS

|  KULTUR UND EVENTS

|  KALENDER

|  ESSEN UND TRINKEN

|  MALTA UND EUROPA

Facebook-Hinweis Valletta | Das Journal

DER BLOG  | Eine Malta-Stele im Osnabrücker Land  +++  Maltesisch-Sommerkurse an der Uni Bremen   + + +    | DAS SIND WIR

Restaurant Villa Bardon: Malta à la carte in Gent

Gent, Belgien: Die Leie  mit dem  „Großen Fleischhaus“ auf der linken SeiteRestaurant Villa Bardon in GentRestaurant Vella Bardon in Gent. Die Gastgeber Maarten van Steen (Küchenchef) und Anna Vella BardonRestaurant Villa Bardon in Gent, Belgien: Schwertfisch auf KarpunataRestaurant Villa Bardon in Gent, BelgienRestaurant Villa Bardon in Gent, Belgien: Schale mit Broschüren über MaltaRestaurant Villa Bardon in Gent, Belgien: Tischdekoration und Salzschale

13.Oktober  2017


In Gent, der pittoresken Universitätsstadt im flämischen Teil
von Belgien gelegen, verwöhnen  der Belgier Maarten van Steen
und die aus Malta stammende Anna Vella Bardon ihre Gäste mit solider Mittelmeerküche.  Und weil auf der die Karte auch maltesische Gerichte
und Weine stehen, hat „Villa Bardon“ unser Interesse geweckt.
Die Neugier wurde ordentlich belohnt.


Villa Bardon, der Name des Restaurants ist nur ein geistreiches Wortspiel mit dem Namen der Gastgeberin. Man betritt keinesfalls eine Villa.  Und das ist gut so. Die Einrichtung ist vielmehr herrlich unprätentiös, aber stilvoll. Die Bodenfließen haben ein mediterranes Dekor. Man sitzt auf Holzstühlen an Holztischen. Darauf geflochtene Tischsets aus Ħamrun und Kerzenschalen von einer bekannten maltesischen Glasbläserei. Auch die Schüsselchen, in denen das Salz gereicht wird, stammen aus Malta, aus dem Crafts Village in Ta' Qali. Einschließlich des für private Feierlichkeiten nutzbaren Weinkellers hat das Lokal im Innern die Anmutung eines mediterranen Gasthauses. Bodega? Trattoria? In Malta steht meistens Bar dran oder auch Club, wenn es sich um die Gastronomie von einem der vielen Band Clubs handelt. Man kann es sich auswählen. jeder hat so seine eigenen touristischen Das-Ist-Wie-Vergleiche im Kopf.


Villa Bardon ist zwar keine Villa, aber sie hat eine Geschichte


In einer Hinsicht erinnert Villa Bardon doch an eine Villa. In ihr verwirklicht sich Geschichte. Nicht die große, sondern eine der schönen kleinen Geschichten, wie sie das Leben bereithält. Und die geht so: Der belgische Chef und die gebürtige Malteserin lernten sich kennen, wurden ein Paar, gründeten eine Familie, verbrachten gemeinsam eine Zeit lang in Malta. Dann wurde in Gent dieses Stadthaus erworben und aufwändig umgebaut, bei weitgehender Erhaltung, ja Verschönerung der Fassade. Vom Aufwand, den Maarten van Steen da getrieben hat, bis das Restaurant 2011 eröffnet werden konnte, kann man sich anhand von Bildern auf Facebook überzeugen. Geschichtsträchtig sind auch die familiären gerahmten Schwarz-Weiß-Fotos an der auffallend türkis gestrichenen Wand.   


Die Einrichtung mag die gesellige und familiäre Atmosphäre unterstützen, die sich in der (Nicht)-Villa verbreitet. Den Hauptanteil daran aber hat die Herzlichkeit der Gastgeber, wobei Maarten van Steen davon nur kurz Zeugnis geben kann, weil er unentwegt in der Küche für unser Wohl sorgt. Während Anna Vella Bardon sich beredt um die Gäste kümmert, unter denen, wie man schon an der innigen Begrüßung merkt, viele Stammgäste sind. Uns Erstbesuchern gibt sie engagiert Auskunft auf unsere neugierigen Fragen. Wir unterhalten uns auf Englisch, mit den Gentern spricht sie flämisch.


Sehr gut gegessen und flämisch-maltesische Herzlichkeit erlebt


Die Speisen: Die (Standard)-Karte konzentriert sich auf wenige Gerichte, wie das für ein gastronomisches Start-up heute zur vernünftigen Grundregel geworden ist. Qualität statt Quantität. Drei Vorspeisen und immerhin sechs Hauptspeisen: Fisch (1), Fleisch (2), Pasta (2) und ein vegetarisches Gericht. Außerdem Desserts.  Für uns soll es natürlich etwas mit maltesischer Note sein. Da gäbe es einmal (Strozzapreti)-Pasta mit Kaninchensauce und das gegrillte Schwertfischsteak auf Kapunata (25 Euro). Wir entscheiden uns beide für den Fisch. Die Zubereitung auf dem Grill passt gut zum festen Fleisch des Schwertfisches. Was auf den Tisch kam, war auf dem Punkt und schmeckte vorzüglich. Die Kapunata hat uns Anna Vella Bardon als die maltesische Version der Ratatouille beschrieben. Von seinem provenzalischen Pendant unterscheidet sich das maltesische Schmorgemüse durch die Beigabe von reichlich Kapern, ein dankbar akzeptierter würziger Kontrast zum milden Fisch. Dazu gab es die beliebten Kartoffelviertel in ihrer Schale.

Der Wein: Der sollte natürlich auch ein Malteser sein. Die maltesischen Weine auf der Karte des Villa Bardon stammen vom Meridiana Wine Estate. Das in der Ebene unterhalb der ehemaligen Hauptstadt Mdina gelegene Meridiana ist das wohl exportfreudigste Weingut Maltas. Unser Begleiter für den Fisch hätte der Isis sein können, ein komplexer Chardonnay, der mit einem langen kräftigen Abgang belohnt, und daher auch notorische Rotwein-Liebhaber überzeugt. Leider gab es ihn nur als Flaschenwein, und wir waren auf kleinere Mengen eingestellt. Als offenen Weißwein wählten wir den Astarte. Ja, bei Meridiana hält man es mit den Göttern. Der so bezeichnete Wein ist ein Vermentino, leicht, elegant mit Zitrusnote, aber eben nicht das Schwergewicht, das der Isis darstellt. Aber, da waren ja noch die Kapern zum Gaumenkitzeln…              


Fazit: Wir haben sehr gut mediterran gegessen, konnten dabei an Malta denken und genossen flämisch-maltesische Herzlichkeit. Villa Bardon ist beliebt bei den Einheimischen, hat überdies, wie unsere Recherchen ergaben, gar nicht so selten auch Malteser zu Gast, die zum Beispiel die eine Stunde Autofahrt auf sich nehmen und aus der „EU-Hauptstadt“ Brüssel anreisen.

Restaurant Villa Bardon in Gent, Belgien: Kartoffelviertel in ihrer Schale Restaurant Villa Bardon in Gent, Belgien: Der Weinkeller

Adresse:
Sluizeken 10, 9000 Gent Belgien

Internet: www.villabardon.be

Küchenzeiten: Donnerstag bis
Montag 18:00 bis 22:00

Ruhetage: Dienstag und Mittwoch

Stand: Oktober 2017


(Alle Angaben ohne Gewähr)

Villa Bardon, Gent

Zu den Bildern:  Ganz oben: Das langestreckte Gebäude aus Blickrichtung am linken Ufer der Leie ist das „Große Fleischhaus“, zu Fuß eine Viertelstunde vom „Villa Bardon“ entfernt. Darunter zwei Außenansichten des Restaurants. Im Bild links darunter unsere Gastgeber Maarten van Steen und Anna Vella Bardon. Über die Prospektauslage (Im Bild rechts daneben) dürfte sich die Malta Tourism Authority freuen: Malta-Broschüren in flämischer Sprache. Rechts unten: Der Weinkeller mit Weinen aus Malta. Nicht im Bild ist der Teller mit dem Gruß aus der Küche. Der bestand aus Ħobż biż-żejt (wörtlich: Brot mit Öl), der maltesischen Version der Bruschetta. Sorry, aber da konnten wir nicht widerstehen. Die haben wir mit Vergnügen aufgegessen, noch bevor die Kamera zur Hand war.